- Arthrose bei alten Katzen: Die 6 wichtigsten Behandlungsoptionen für mehr Lebensqualität
- Arthrose bei alten Katzen wird häufig mit normalem Altern verwechselt
- Woran lässt sich Arthrose bei alten Katzen erkennen?
- Wie wird Arthrose bei alten Katzen diagnostiziert?
- Die 6 wichtigsten Behandlungen bei Arthrose bei alten Katzen
- So entsteht ein praktikabler Behandlungsplan
- Wann ist eine schnelle tierärztliche Untersuchung notwendig?
- Internationale Fachquellen und weiterführende Literatur
- 1. Woran erkenne ich als Halter, ob meine alte Katze Arthroseschmerzen hat?
- 2. Darf eine alte Katze mit Nierenerkrankung Schmerzmittel gegen Arthrose bekommen?
- 3. Wie schnell wirkt Frunevetmab, und welche Nebenwirkungen sind möglich?
- 4. Welche Veränderungen in der Wohnung bringen einer arthrosekranken Katze am meisten?
- 5. Kann Arthrose bei alten Katzen geheilt werden, und wann ist eine Operation sinnvoll?
Arthrose bei alten Katzen: Die 6 wichtigsten Behandlungsoptionen für mehr Lebensqualität
Verfasst aus tierärztlicher Sicht von Susanne Arndt, Tierärztin, Medizinische Leitung und Inhaberin mit Unterstützung von KI
Arthrose bei alten Katzen wird häufig mit normalem Altern verwechselt
Arthrose bei alten Katzen ist deutlich häufiger, als viele Katzenhalter vermuten. In einer Untersuchung an geriatrischen Katzen wurden bei 90 Prozent der Tiere radiologisch erkennbare degenerative Veränderungen festgestellt. Eine weitere Untersuchung fand bei 92 Prozent der einbezogenen Katzen radiologische Anzeichen einer degenerativen Gelenkerkrankung. Solche Zahlen dürfen nicht so verstanden werden, dass jede alte Katze zwangsläufig starke Schmerzen hat. Röntgenveränderungen und die tatsächliche Schmerzintensität stimmen nicht immer miteinander überein. Sie zeigen jedoch, wie wichtig es ist, Arthrose bei alten Katzen frühzeitig in Betracht zu ziehen.
Das typische Bild eines deutlich lahmenden Tieres sehen wir bei Katzen wesentlich seltener als bei Hunden. Katzen sind Meister darin, Schmerzen zu verbergen und ihren Alltag an körperliche Einschränkungen anzupassen. Statt zu hinken, springt die Katze möglicherweise nur noch über einen Zwischenstopp auf das Sofa. Sie schläft länger, bewegt sich vorsichtiger, spielt weniger oder putzt bestimmte Körperbereiche nicht mehr gründlich. Manche Katzen werden gereizt, wenn sie hochgehoben werden. Andere ziehen sich zurück oder setzen plötzlich Urin neben der Katzentoilette ab, weil der hohe Einstieg schmerzhaft geworden ist. Arthrose bei alten Katzen zeigt sich deshalb häufig zuerst als Verhaltensänderung.
In meiner täglichen Arbeit erlebe ich regelmäßig, dass Katzenhalter die Veränderungen zunächst mit dem Satz beschreiben: „Sie wird eben alt.“ Genau an diesem Punkt lohnt sich eine genauere Untersuchung. Alter allein verursacht nicht automatisch Schmerzen. Wenn eine Katze weniger springt, ihre Treppe meidet oder nicht mehr auf den früher bevorzugten Fensterplatz gelangt, kann Arthrose bei alten Katzen die Ursache sein. Eine passende Behandlung kann häufig wesentlich mehr Lebensfreude zurückbringen, als der Halter zuvor erwartet hat.
Der folgende Beitrag greift die sechs zentralen Behandlungsbereiche eines im März 2025 veröffentlichten, fachlich geprüften Überblicks von Kate Barnes auf und ordnet sie für Katzenhalter in Deutschland sowie unter Berücksichtigung neuerer Sicherheitsinformationen ein. Entscheidend ist dabei der multimodale Ansatz: Arthrose bei alten Katzen wird in der Regel nicht mit einer einzigen Maßnahme optimal behandelt. Medikamente, Gewichtsmanagement, Anpassungen der Wohnung, kontrollierte Bewegung, geeignete Ernährung und gegebenenfalls eine Operation müssen individuell kombiniert werden.
Woran lässt sich Arthrose bei alten Katzen erkennen?
Katzenhalter sollten insbesondere auf Veränderungen achten, die langsam entstanden sind. Dazu gehören eine geringere Bereitschaft zu springen, verkürzte Sprünge, Schwierigkeiten beim Treppensteigen, steife Bewegungen nach dem Schlafen und ein vorsichtiger oder verzögerter Gang. Auch das Heruntergehen von erhöhten Plätzen kann bei Arthrose bei alten Katzen stärker beeinträchtigt sein als das Hinaufspringen.
Weitere mögliche Hinweise sind:
- längere Schlafzeiten und weniger Aktivität,
- verminderte Fellpflege, besonders am Rücken und an der Hinterhand,
- verfilztes oder schuppiges Fell,
- Schwierigkeiten beim Einsteigen in die Katzentoilette,
- Urin- oder Kotabsatz neben der Toilette,
- Abwehrreaktionen beim Streicheln oder Hochheben,
- weniger Kontakt zu Menschen oder anderen Tieren,
- geringeres Interesse an Spiel und Jagdbewegungen,
- auffällig lange Krallen, weil Kratzbretter seltener genutzt werden,
- eine veränderte Sitz- oder Liegehaltung.
Keines dieser Zeichen beweist allein eine Arthrose. Ähnliche Veränderungen können bei Nierenerkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion, Bluthochdruck, Zahnschmerzen, neurologischen Erkrankungen, Muskelschwund oder kognitiven Veränderungen auftreten. Gerade deshalb sollte Arthrose bei alten Katzen nicht ausschließlich anhand eines Internetartikels oder eines Videos diagnostiziert werden. Die Aufgabe des Tierarztes besteht darin, mögliche Ursachen voneinander zu unterscheiden und gleichzeitig zu berücksichtigen, dass bei einer alten Katze mehrere Erkrankungen parallel bestehen können.
Wie wird Arthrose bei alten Katzen diagnostiziert?
Die Diagnose beginnt mit einer möglichst genauen Beschreibung des Alltags. Für mich sind Videos aus der gewohnten Umgebung besonders hilfreich. Eine Katze bewegt sich in der Praxis häufig anders als zu Hause. Angst und Anspannung können Schmerzen überdecken, während manche Katzen im Untersuchungsraum überhaupt nicht laufen möchten.
Der Halter kann vor dem Termin mehrere kurze Videos aufnehmen:
- Aufstehen nach einer Ruhephase,
- Gehen auf geradem Boden,
- Treppensteigen,
- Einsteigen in die Katzentoilette,
- Springen auf einen vertrauten Platz,
- Putzen des Rückens und der Hinterbeine.
Bei der Untersuchung werden Gangbild, Körperhaltung, Muskelmasse, Gelenkbeweglichkeit und mögliche Schmerzreaktionen beurteilt. Zusätzlich ist eine neurologische Untersuchung sinnvoll, weil Erkrankungen der Wirbelsäule, Nerven oder des Rückenmarks ähnliche Beschwerden verursachen können.
Röntgenaufnahmen können degenerative Veränderungen, Knochenzubildungen, Fehlstellungen, alte Verletzungen oder Gelenkveränderungen sichtbar machen. Trotzdem gilt: Ein auffälliges Röntgenbild beweist nicht automatisch, dass genau dieses Gelenk die aktuellen Schmerzen verursacht. Umgekehrt kann eine Katze deutliche Beschwerden haben, obwohl die radiologischen Veränderungen nur gering erscheinen. Die Diagnose von Arthrose bei alten Katzen entsteht deshalb aus der Kombination von Vorgeschichte, Untersuchung, Bewegungsbeobachtung, Bildgebung und Reaktion auf eine kontrollierte Behandlung.
Vor einer längerfristigen medikamentösen Therapie sind bei Senioren häufig Blutuntersuchung, Urinuntersuchung, Gewichtskontrolle und bei Bedarf eine Blutdruckmessung sinnvoll. Dadurch können unter anderem Nierenprobleme, Leberveränderungen, Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen erkannt werden. Diese Befunde beeinflussen, welche Behandlung für Arthrose bei alten Katzen geeignet ist und wie engmaschig die Katze kontrolliert werden sollte. Die Senior-Care-Empfehlungen betonen, dass ältere Katzen in kürzeren Abständen untersucht werden sollten, weil Erkrankungen oft lange unbemerkt bleiben und sich Veränderungen schneller entwickeln können.

Die 6 wichtigsten Behandlungen bei Arthrose bei alten Katzen
1. Individuelle Schmerztherapie
Eine wirksame Schmerzbehandlung ist die Grundlage jeder Therapie. Eine Katze, die bei jeder Bewegung Schmerzen erwartet, wird sich weniger bewegen. Dadurch nimmt die Muskulatur ab, die Gelenke werden schlechter stabilisiert und die Beweglichkeit kann weiter zurückgehen. Bei Arthrose bei alten Katzen sollte deshalb nicht abgewartet werden, bis die Katze deutlich lahmt oder kaum noch aufsteht.
Nichtsteroidale Entzündungshemmer
Nichtsteroidale Entzündungshemmer, häufig als NSAIDs bezeichnet, können Gelenkschmerzen und entzündliche Prozesse verringern. Bei Katzen werden je nach Land, Zulassung, Produktinformation und individueller Situation unter anderem Meloxicam oder Robenacoxib eingesetzt. Die Zulassungsdauer und die zugelassenen Anwendungsgebiete unterscheiden sich zwischen Ländern und Präparaten. Angaben aus amerikanischen Artikeln dürfen deshalb nicht ungeprüft auf Deutschland übertragen werden.
Die 2024 veröffentlichten Konsensleitlinien der International Society of Feline Medicine und der American Association of Feline Practitioners bestätigen die wichtige Rolle von NSAIDs bei chronischen Schmerzen. Gleichzeitig betonen sie die Auswahl geeigneter Patienten, eine Untersuchung vor Therapiebeginn, eine individuelle Dosierung und regelmäßige Kontrollen. Die Dosis sollte ausschließlich durch den Tierarzt festgelegt werden.
Eine chronische Nierenerkrankung bedeutet nicht in jedem Fall automatisch, dass überhaupt kein NSAID eingesetzt werden darf. Sie erhöht jedoch die Anforderungen an Auswahl, Dosierung, Flüssigkeitshaushalt und Überwachung deutlich. Eine dehydrierte, erbrechende oder nicht fressende Katze darf nicht einfach nach dem bisherigen Schema weiterbehandelt werden. Der behandelnde Tierarzt muss das Verhältnis zwischen Nutzen und Risiko für jeden Patienten neu bewerten.
Warnzeichen während einer NSAID-Behandlung sind insbesondere Appetitverlust, Erbrechen, Durchfall, schwarzer Kot, deutliche Müdigkeit, plötzlich vermehrtes Trinken, veränderter Urinabsatz oder eine Verschlechterung des Allgemeinzustands. In einer solchen Situation sollte das Medikament nicht eigenmächtig weitergegeben, erhöht oder mit einem anderen Schmerzmittel kombiniert werden. Der Tierarzt sollte zeitnah kontaktiert werden.
NSAIDs dürfen grundsätzlich nicht ohne ausdrückliche tierärztliche Anweisung mit einem zweiten NSAID oder einem Kortisonpräparat kombiniert werden. Auch Medikamente, die noch von einer früheren Behandlung übrig sind, gehören nicht ohne Rücksprache in den aktuellen Behandlungsplan.
Frunevetmab als monoklonaler Antikörper
Frunevetmab ist ein felinisierter monoklonaler Antikörper, der gegen den Nervenwachstumsfaktor NGF gerichtet ist. NGF ist an der Weiterleitung und Verstärkung bestimmter Schmerzsignale beteiligt. Das Präparat wird in regelmäßigen Abständen unter die Haut injiziert und ist in der Europäischen Union zur Linderung von Schmerzen im Zusammenhang mit Osteoarthritis bei Katzen zugelassen. Kontrollierte Studien zeigten bei einem Teil der behandelten Katzen Verbesserungen in halterbasierten Beurteilungen und tierärztlichen Untersuchungen. Nicht jede Katze spricht jedoch gleich gut an.
Frunevetmab kann besonders interessant sein, wenn die tägliche Gabe einer Tablette oder Flüssigkeit zu Hause erheblichen Stress verursacht. Es ist dennoch keine automatisch risikofreie Behandlung. Vor jeder Fortsetzung sollte beurteilt werden, ob sich die individuell festgelegten Alltagsaktivitäten tatsächlich verbessert haben.
In der Europäischen Union wurde die Produktinformation 2026 aktualisiert. Neben bereits bekannten Hautreaktionen wurden Ataxie, vermehrter Urinabsatz und vermehrtes Trinken als sehr seltene unerwünschte Ereignisse ergänzt. Auch Überempfindlichkeitsreaktionen müssen berücksichtigt werden. Ein zeitlicher Zusammenhang beweist bei einem einzelnen Patienten noch nicht automatisch, dass das Medikament die Ursache war. Neu auftretende Veränderungen sollten aber dokumentiert und dem behandelnden Tierarzt gemeldet werden.
Weitere schmerzlindernde Medikamente
Gabapentin, Tramadol, bestimmte Opioide oder andere ergänzende Medikamente können in ausgewählten Fällen Teil einer multimodalen Behandlung sein. Gabapentin kann beispielsweise bei bestimmten chronischen oder neuropathischen Schmerzanteilen hilfreich sein, führt bei manchen Katzen aber zu Müdigkeit oder unsicherem Gang. Tramadol verbesserte in einer kleinen kontrollierten Untersuchung die Aktivität geriatrischer Katzen mit Osteoarthritis, ist wegen Geschmack, Dosierung und möglicher Nebenwirkungen jedoch nicht für jeden Patienten praktikabel.
Die Auswahl orientiert sich nicht nur an der Schmerzstärke. Entscheidend sind auch Nieren- und Leberfunktion, weitere Medikamente, Stress bei der Verabreichung, Begleiterkrankungen und die Frage, ob der Halter die Behandlung zuverlässig durchführen kann.
Keine Humanmedikamente verabreichen
Paracetamol darf Katzen nicht gegeben werden. Katzen können den Wirkstoff nicht sicher abbauen; bereits eine vermeintlich kleine Menge kann lebensbedrohliche Veränderungen des Blutes und schwere Organschäden verursachen. Auch Ibuprofen, Diclofenac und andere menschliche Schmerzmittel können bei Katzen schwere Vergiftungen, Magen-Darm-Schäden oder Nierenversagen auslösen. Bei Arthrose bei alten Katzen gehört jedes Schmerzmittel in tierärztliche Hand.
2. Anpassung der Wohnung
Die Umgestaltung der Wohnung gehört zu den wirksamsten und gleichzeitig am häufigsten unterschätzten Maßnahmen. Bei Arthrose bei alten Katzen sollte nicht nur gefragt werden, wie stark das Röntgenbild verändert ist. Mindestens ebenso wichtig ist die Frage, wie leicht die Katze Futter, Wasser, Toilette, Schlafplätze und vertraute Menschen erreicht.
Eine stabile, rutschfeste Stufe vor dem Sofa kann die erforderliche Sprunghöhe halbieren. Eine flache Rampe kann sinnvoll sein, wenn die Katze Stufen nicht sicher bewältigt. Die Oberfläche muss griffig sein. Glattes Holz, Metall oder rutschender Stoff erhöhen die Unsicherheit und können dazu führen, dass die Hilfe nicht angenommen wird.
Für eine Katze mit Arthrose sind folgende Anpassungen besonders hilfreich:
- niedriger Einstieg in mindestens eine große Katzentoilette,
- ausreichend Platz zum Drehen und Scharren,
- rutschfeste Unterlagen vor Toilette, Näpfen und Lieblingsplätzen,
- mehrere leicht erreichbare Wasserstellen,
- Futterplätze ohne notwendige Sprünge,
- stabile Zwischenstufen zu Sofa, Bett oder Fensterbank,
- gut gepolsterte, warme Schlafplätze,
- leicht erreichbare Rückzugsorte,
- Kratzmöglichkeiten in waagerechter oder nur leicht schräger Position.
Bei einer Toilette mit niedrigem Eingang dürfen die übrigen Wände ruhig höher sein. Manche Katzen mit Schmerzen können nicht mehr tief in die Hocke gehen. Höhere Seiten schützen dann vor Urin, der über den Rand gelangt. Die Toilette sollte nicht im Keller stehen, wenn dafür täglich eine steile Treppe bewältigt werden muss.
Die Umweltleitlinien für Katzen betonen, dass Wasser, Futter, Toilette, sichere Ruheplätze und soziale Kontakte verlässlich zugänglich sein müssen. Für Arthrose bei alten Katzen ist diese Zugänglichkeit ein wesentlicher Teil der medizinischen Behandlung und nicht nur eine Komfortmaßnahme.
Auch die Krallen verdienen Aufmerksamkeit. Katzen mit eingeschränkter Bewegung nutzen Kratzbäume manchmal seltener. Zu lange Krallen verändern die Belastung der Pfoten und können einwachsen. Das Fell am Rücken oder an der Hinterhand muss gegebenenfalls vorsichtig unterstützt gepflegt werden. Dabei sollte nicht kräftig an schmerzhaften Gelenken gezogen werden.
3. Schonendes Gewichtsmanagement
Übergewicht erhöht die mechanische Belastung der Gelenke und erschwert jede Bewegung. Eine Katze, die bereits Schmerzen hat, bewegt sich weniger, verbraucht weniger Energie und nimmt möglicherweise weiter zu. So entsteht ein Kreislauf aus Schmerz, Bewegungsmangel, Muskelabbau und zusätzlicher Belastung.
Gewichtsmanagement bei Arthrose bei alten Katzen bedeutet jedoch nicht, das Futter plötzlich stark zu reduzieren. Bei Senioren muss gleichzeitig auf den Erhalt der Muskulatur geachtet werden. Eine alte Katze kann äußerlich kräftig wirken und trotzdem bereits deutliche Muskelmasse an Rücken und Hinterbeinen verloren haben. Daher sollten Körpergewicht, Body Condition Score und Muskelzustand gemeinsam beurteilt werden.
Ein geeigneter Plan berücksichtigt:
- aktuelles Gewicht und Zielgewicht,
- tatsächlich gefressene Kalorien,
- Hauptfutter, Leckerchen und Ergänzungsfutter,
- Nieren-, Schilddrüsen- oder Darmerkrankungen,
- Akzeptanz und Verträglichkeit der Nahrung,
- Fressverhalten in einem Mehrkatzenhaushalt,
- Verlauf von Gewicht und Muskelmasse.
Portionen sollten abgewogen statt nach Augenmaß eingefüllt werden. In Mehrkatzenhaushalten ist getrenntes Füttern oft unverzichtbar, weil sonst unklar bleibt, welche Katze wie viel gefressen hat. Futterspiele können Bewegung fördern, dürfen bei Arthrose bei alten Katzen aber nicht so schwierig sein, dass die Katze frustriert aufgibt oder schmerzhafte Körperhaltungen einnehmen muss.
Die Senior-Care-Empfehlungen nennen Gewichtsmanagement ausdrücklich als Bestandteil einer ganzheitlichen Arthrosebehandlung. Das Ziel ist nicht eine möglichst schnelle Gewichtsabnahme, sondern eine kontrollierte Verringerung überschüssigen Körperfetts bei bestmöglichem Erhalt der Muskulatur.
4. Angepasste Bewegung und Physiotherapie
Vollständige Schonung ist bei chronischer Arthrose meistens nicht sinnvoll. Ohne regelmäßige Bewegung nimmt die Muskulatur weiter ab, Gelenke werden steifer und die Katze verliert Sicherheit. Gleichzeitig darf eine schmerzhafte Katze nicht durch anstrengende Übungen oder hohe Sprünge überfordert werden.
Bei Arthrose bei alten Katzen sind kurze, häufige und freiwillige Bewegungseinheiten meist besser geeignet als seltene intensive Belastungen. Zwei bis fünf Minuten ruhiges Spiel können bereits sinnvoll sein. Gut geeignet sind langsame Jagdspiele auf Bodenhöhe, kurze Wege zu kleinen Futterportionen oder das kontrollierte Übersteigen sehr niedriger, rutschfester Hindernisse.
Das Spielzeug sollte nicht ständig hoch in die Luft geführt werden. Das Ziel besteht nicht darin, spektakuläre Sprünge zu provozieren. Besser ist eine Bewegung, bei der die Katze einige Schritte geht, sich vorsichtig dreht und ihr Gewicht kontrolliert verlagert. Bleibt sie abrupt stehen, legt sich hin, schlägt mit dem Schwanz oder verliert das Interesse, war die Einheit möglicherweise zu lang oder zu anspruchsvoll.
Eine tierärztliche Rehabilitation kann helfen, geeignete Übungen auszuwählen. Abhängig von Befund und Temperament kommen kontrollierte Bewegungsübungen, gezielter Muskelaufbau, Massage, Wärmeanwendungen oder andere physiotherapeutische Verfahren infrage. Die wissenschaftliche Datenlage ist bei Katzen für einige Methoden noch begrenzt. Deshalb sollte der Nutzen anhand konkreter Alltagsziele überprüft werden. Der 2025 veröffentlichte Überblick zur Behandlung geriatrischer Katzen nennt Bewegung und Rehabilitation als wichtigen Bestandteil des multimodalen Managements.
Schmerztherapie und Bewegung gehören zusammen. Eine Katze kann keine Muskulatur aufbauen, wenn jeder Schritt unangenehm ist. Umgekehrt kann auch ein gutes Schmerzmittel den Verlust von Muskulatur nicht vollständig verhindern, wenn sich die Katze weiterhin kaum bewegt.
5. Gelenkdiäten und Nahrungsergänzungsmittel
Nahrungsergänzungsmittel werden bei Arthrose bei alten Katzen häufig eingesetzt. Ihre Wirkung ist jedoch nicht für alle Inhaltsstoffe gleich gut belegt. Zudem können sich Produkte erheblich in Qualität, Konzentration und Zusammensetzung unterscheiden.
Für Omega-3-Fettsäuren, insbesondere EPA und DHA, bestehen gewisse Hinweise auf einen möglichen unterstützenden Nutzen. In einer kontrollierten Untersuchung führte eine Diät mit höheren Anteilen an EPA und DHA sowie Grünlippmuschelextrakt, Glucosamin und Chondroitin zu einer Verbesserung objektiv gemessener Aktivität bei Katzen mit degenerativen Gelenkbeschwerden. Daraus folgt jedoch nicht, dass jedes frei verkäufliche Produkt in beliebiger Dosierung dieselbe Wirkung besitzt.
Die Studienlage zu Glucosamin und Chondroitin allein ist uneinheitlicher. Eine systematische Übersichtsarbeit zu angereicherten Futtermitteln und Nutrazeutika bei Hunden und Katzen zeigt, dass die Evidenz stark vom jeweiligen Produkt und der untersuchten Zusammensetzung abhängt. Ein Nahrungsergänzungsmittel sollte daher nicht als Ersatz für eine notwendige Schmerzbehandlung verstanden werden.
Vor der Gabe sollten folgende Fragen geklärt werden:
- Ist die genaue Menge der wirksamen Bestandteile angegeben?
- Passt das Produkt zur übrigen Ernährung?
- Enthält es zusätzliche Kalorien?
- Besteht eine Nierenerkrankung oder eine andere Stoffwechselerkrankung?
- Kann es zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen?
- Lässt sich nach einigen Wochen eine konkrete Verbesserung erkennen?
Für Arthrose bei alten Katzen empfiehlt sich ein klarer Beobachtungszeitraum. Vor Beginn sollten drei bis fünf Aktivitäten festgelegt werden, beispielsweise der Einstieg in die Toilette, der Weg zur Fensterbank oder die Dauer der Fellpflege. Bleiben diese Aktivitäten unverändert, sollte hinterfragt werden, ob die fortgesetzte Gabe sinnvoll ist.
6. Operation bei behandelbaren orthopädischen Ursachen
Arthrose ist nicht in jedem Fall nur eine altersbedingte, diffuse Gelenkerkrankung. Sie kann auch als Folge einer behandelbaren orthopädischen Veränderung entstehen. Dazu gehören beispielsweise Hüftgelenksluxationen, Hüftdysplasie, schlecht verheilte Frakturen, instabile Gelenke oder bestimmte Bandverletzungen.
Bei solchen Patienten kann eine Operation die mechanische Ursache reduzieren und die Funktion deutlich verbessern. Abhängig von der Erkrankung kommen unter anderem eine Stabilisierung, Korrektur einer Fehlstellung, Entfernung des Femurkopfes oder in spezialisierten Zentren ein künstliches Hüftgelenk infrage. Welche Behandlung geeignet ist, hängt von Gelenk, Ursache, Körpergewicht, Muskelzustand und Begleiterkrankungen ab. Katzen mit Hüftdysplasie und daraus entstandener Osteoarthritis können relevante Schmerzen entwickeln und benötigen eine individuell abgestimmte konservative oder operative Behandlung.
Das kalendarische Alter allein entscheidet nicht darüber, ob eine Operation möglich ist. Wichtiger sind Herz-Kreislauf-Stabilität, Nierenfunktion, Schilddrüsenstatus, Blutdruck und die zu erwartende Verbesserung. Ein 15-jähriger Patient mit gut kontrollierten Begleiterkrankungen kann unter Umständen ein besserer Operationskandidat sein als eine deutlich jüngere Katze mit schwerer Systemerkrankung.
Bei einer weit verbreiteten primären Arthrose ohne korrigierbare Ursache ist eine Operation dagegen meist nicht die erste Wahl. Hier stehen Schmerztherapie, Umgebungsanpassung, Gewichtsmanagement und kontrollierte Bewegung im Vordergrund.
So entsteht ein praktikabler Behandlungsplan
Die Behandlung von Arthrose bei alten Katzen sollte sich nicht nur an Laborwerten und Röntgenbildern orientieren. Sie muss im Alltag funktionieren. Eine theoretisch wirksame Tablette hilft wenig, wenn jede Gabe zu einem täglichen Kampf führt und die Mensch-Tier-Beziehung belastet.
Zu Beginn sollten drei bis fünf konkrete Ziele notiert werden. Beispiele sind:
- Die Katze steigt wieder selbstständig in die Toilette.
- Sie erreicht das Sofa über eine Stufe.
- Sie putzt die Hinterhand wieder häufiger.
- Sie spielt täglich einige Minuten.
- Sie läuft die Treppe ohne lange Pausen.
- Sie reagiert beim Hochheben nicht mehr aggressiv.
Diese Ziele lassen sich besser beurteilen als die allgemeine Frage, ob die Katze „irgendwie fitter“ wirkt. Kurze Videos in gleichbleibenden Situationen sind besonders nützlich. Auch ein Wochenprotokoll mit Appetit, Aktivität, Toilettenverhalten, Medikamentengabe und Auffälligkeiten kann helfen.
In meiner Praxis bevorzuge ich bei komplexen Senioren eine strukturierte Verlaufskontrolle. Dabei wird nicht nur gefragt, ob ein Medikament gegeben wurde. Entscheidend ist, ob die Katze im Alltag mehr freiwillige Aktivität zeigt und ob unerwünschte Veränderungen aufgetreten sind. Arthrose bei alten Katzen ist eine chronische Erkrankung. Der Plan muss deshalb immer wieder an die aktuelle Lebenssituation und an neue Begleiterkrankungen angepasst werden.
Wann ist eine schnelle tierärztliche Untersuchung notwendig?
Eine langsam zunehmende Einschränkung passt zu Arthrose. Eine plötzliche schwere Verschlechterung sollte dagegen nicht vorschnell mit Arthrose bei alten Katzen erklärt werden. Eine zeitnahe oder sofortige Untersuchung ist besonders wichtig, wenn die Katze:
- plötzlich ein oder mehrere Beine nicht mehr belastet,
- die Hinterbeine hinterherzieht,
- kalte Pfoten oder bläuliche Ballen hat,
- stark schreit oder hechelt,
- nach einem Sturz nicht mehr normal läuft,
- nicht frisst und gleichzeitig erbricht,
- nach Medikamentengabe auffällig schwach oder unsicher wird,
- plötzlich sehr viel trinkt oder uriniert,
- das Bewusstsein verändert erscheint.
Hinter solchen Symptomen können ein Blutgerinnsel, eine Fraktur, eine neurologische Erkrankung, eine schwere Medikamentenreaktion oder eine andere akute Erkrankung stehen. Eine bestehende Arthrose schließt einen zusätzlichen Notfall nicht aus.
Internationale Fachquellen und weiterführende Literatur
Der zugrunde liegende Fachbeitrag von Kate Barnes ist bei Clinician’s Brief abrufbar.
Die internationalen Empfehlungen zur längerfristigen NSAID-Anwendung stehen in den frei zugänglichen 2024 ISFM and AAFP Consensus Guidelines.
Die Untersuchung zur hohen Häufigkeit radiologischer Gelenkveränderungen bei geriatrischen Katzen wurde im Journal of the American Veterinary Medical Association veröffentlicht.
Die kontrollierte Studie zu Frunevetmab ist über PubMed erreichbar.
Aktuelle europäische Zulassungsinformationen zu Frunevetmab finden sich im Union Register der Europäischen Kommission und in der im Juni 2026 aktualisierten europäischen Produktinformation.
Die Studie zu einer mit EPA, DHA und weiteren Bestandteilen angereicherten Gelenkdiät ist über PubMed verfügbar.
Häufig gestellte Fragen
1. Woran erkenne ich als Halter, ob meine alte Katze Arthroseschmerzen hat?
Arthroseschmerzen zeigen sich bei Katzen häufig nicht durch deutliches Hinken. Viele Katzen verändern stattdessen schrittweise ihren Tagesablauf. Ein typisches frühes Zeichen ist, dass eine Katze nur noch mit einem Zwischenstopp auf das Sofa oder Bett gelangt. Andere Katzen springen zwar noch nach oben, zögern aber lange beim Herunterspringen. Sie suchen niedrigere Schlafplätze auf, meiden Treppen oder laufen nach dem Aufstehen für einige Schritte auffällig steif.
Auch die Fellpflege liefert wichtige Hinweise. Eine Katze mit Schmerzen im Rücken, in den Hüften oder Knien erreicht ihre Hinterhand möglicherweise nicht mehr gut. Das Fell wirkt dort fettig, schuppig oder verfilzt. Manche Tiere reagieren ungewohnt gereizt, wenn der Rücken berührt oder der Körper angehoben wird. Eine Veränderung der Persönlichkeit bedeutet nicht automatisch, dass die Katze „schwierig“ geworden ist. Sie kann eine Schutzreaktion auf Schmerzen sein.
Achten Sie außerdem auf die Katzentoilette. Urin neben der Toilette wird häufig als Verhaltensproblem missverstanden. Bei Arthrose kann bereits ein hoher Einstieg ausreichen, damit die Katze die Toilette meidet. Auch das längere Hocken auf körniger Streu kann unangenehm sein.
Hilfreich ist ein Vergleich mit früheren Fähigkeiten. Fragen Sie nicht nur, ob die Katze noch springen kann, sondern ob sie genauso häufig, flüssig und selbstverständlich springt wie vor sechs oder zwölf Monaten. Nehmen Sie Videos auf und führen Sie für zwei Wochen ein kurzes Aktivitätsprotokoll. Notieren Sie Springen, Treppensteigen, Spiel, Fellpflege und Toilettennutzung.
Eine tierärztliche Untersuchung bleibt notwendig, weil dieselben Veränderungen auch bei Nierenproblemen, Schilddrüsenerkrankungen, Zahnschmerzen, Muskelerkrankungen oder neurologischen Störungen auftreten können. Die Kombination aus Alltagsschilderung, Untersuchung, gegebenenfalls Bildgebung und kontrolliertem Behandlungsversuch ermöglicht die zuverlässigste Beurteilung.
2. Darf eine alte Katze mit Nierenerkrankung Schmerzmittel gegen Arthrose bekommen?
Eine Nierenerkrankung schließt eine wirksame Schmerztherapie nicht grundsätzlich aus. Sie macht die Auswahl und Überwachung jedoch anspruchsvoller. Chronische Nierenerkrankungen und Arthrose treten bei älteren Katzen häufig gleichzeitig auf. Es wäre nicht angemessen, Schmerzen allein deshalb unbehandelt zu lassen, weil ein Nierenwert verändert ist. Ebenso wäre es riskant, ein entzündungshemmendes Medikament ohne Untersuchung und Kontrollplan zu verabreichen.
Vor der Entscheidung beurteilt der Tierarzt unter anderem Allgemeinzustand, Flüssigkeitshaushalt, Appetit, Körpergewicht, Blutdruck, Nierenwerte und Urinbefund. Entscheidend ist auch, ob die Nierenerkrankung stabil ist. Eine Katze, die erbricht, nicht frisst oder ausgetrocknet ist, hat ein anderes Risiko als eine gut hydrierte Katze mit seit Monaten stabilen Befunden.
Die internationalen NSAID-Leitlinien beschreiben, dass ausgewählte Katzen mit chronischer Nierenerkrankung unter bestimmten Bedingungen behandelt werden können. Daraus darf jedoch keine pauschale Freigabe abgeleitet werden. Das passende Präparat, die Menge, die Häufigkeit und die Kontrollintervalle müssen individuell festgelegt werden. Die Zulassung eines Präparats und die Angaben der jeweiligen Produktinformation sind zusätzlich zu beachten.
Alternativ oder ergänzend können andere Ansätze infrage kommen, beispielsweise Frunevetmab, ausgewählte weitere Schmerzmedikamente, Gewichtsmanagement, Wohnraumanpassungen und kontrollierte Bewegung. Auch bei einem monoklonalen Antikörper muss der gesamte Gesundheitszustand berücksichtigt werden. „Nicht über die Niere ausgeschieden“ bedeutet nicht automatisch, dass eine Behandlung für jeden Nierenpatienten ohne weitere Prüfung geeignet ist.
Während der Therapie sollte der Halter Appetit, Trinkverhalten, Urinabsatz, Erbrechen, Kot, Aktivität und Körpergewicht beobachten. Jede deutliche Veränderung gehört zeitnah mitgeteilt. Medikamente sollten niemals eigenständig höher dosiert, häufiger gegeben oder kombiniert werden. Besonders gefährlich ist die zusätzliche Gabe menschlicher Schmerzmittel.
3. Wie schnell wirkt Frunevetmab, und welche Nebenwirkungen sind möglich?
Frunevetmab wird als Injektion unter die Haut verabreicht. Der Wirkstoff bindet den Nervenwachstumsfaktor NGF und reduziert dadurch bestimmte Schmerzsignale. Einige Katzen zeigen bereits nach der ersten Injektion eine erkennbare Verbesserung. Bei anderen ist die Veränderung langsamer oder bleibt aus. Es ist deshalb sinnvoll, nicht nur auf einen allgemeinen Eindruck zu vertrauen, sondern vor Behandlungsbeginn konkrete Alltagsziele festzulegen.
Geeignete Beobachtungspunkte sind beispielsweise die Höhe eines freiwilligen Sprungs, die Nutzung einer Treppe, der Einstieg in die Toilette, die Dauer einer Spieleinheit oder die Fellpflege an der Hinterhand. Kurze Videos unter vergleichbaren Bedingungen erleichtern die Beurteilung. Eine Fortsetzung sollte davon abhängig gemacht werden, ob ein relevanter Nutzen erkennbar ist und ob die Behandlung gut vertragen wird.
Bekannte unerwünschte Wirkungen betreffen unter anderem die Haut. Möglich sind Juckreiz, Haarausfall, Dermatitis oder lokale Hautveränderungen. Die europäische Produktinformation wurde 2026 ergänzt. Ataxie, also ein unsicherer oder unkoordinierter Gang, vermehrter Urinabsatz und vermehrtes Trinken werden darin als sehr seltene unerwünschte Ereignisse aufgeführt. Auch Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich. Sehr selten bedeutet nicht, dass solche Beobachtungen ignoriert werden sollten.
Tritt nach einer Injektion eine deutliche Veränderung auf, sollte der Halter Datum, Verlauf und Symptome dokumentieren und die Praxis kontaktieren. Eine plötzlich schlechtere Beweglichkeit darf nicht automatisch als Fortschreiten der Arthrose angesehen werden. Sie kann auch durch eine neue Erkrankung, eine Verletzung oder eine unerwünschte Reaktion verursacht sein.
Frunevetmab ist weder ein Wundermittel noch grundsätzlich eine schlechte Wahl. Es ist eine zusätzliche Behandlungsoption mit nachgewiesenem Nutzen bei einem Teil der Patienten. Die richtige Entscheidung entsteht aus Diagnose, messbarem Behandlungserfolg, Verträglichkeit und regelmäßiger Neubewertung.
4. Welche Veränderungen in der Wohnung bringen einer arthrosekranken Katze am meisten?
Den größten unmittelbaren Nutzen bringen meist Veränderungen an den Stellen, die die Katze mehrmals täglich benutzen muss. An erster Stelle steht häufig die Katzentoilette. Sie sollte groß genug sein, einen niedrigen Einstieg besitzen und auf einer Ebene stehen, die ohne Treppen erreichbar ist. In einem mehrstöckigen Haus ist mindestens eine Toilette pro häufig genutzter Wohnebene sinnvoll. Eine rutschfeste Matte vor der Toilette verhindert, dass die Pfoten beim Ein- oder Aussteigen wegrutschen.
Danach sollten die Wege zu Futter und Wasser betrachtet werden. Näpfe dürfen nicht nur auf einer erhöhten Küchenfläche stehen. Mehrere gut erreichbare Wasserstellen reduzieren unnötige Wege. Ein leicht erhöhter Napf kann manchen Katzen helfen, weil sie den Kopf nicht tief absenken müssen. Die genaue Höhe hängt jedoch von der betroffenen Körperregion ab.
Lieblingsplätze sollten nicht vollständig auf den Boden verlegt werden. Katzen benötigen weiterhin erhöhte sichere Plätze. Besser sind stabile Zwischenstufen oder flache Rampen. Die Oberfläche muss griffig und die Konstruktion standfest sein. Eine wackelnde Stufe wird von vielen Katzen nach einem einzigen negativen Erlebnis gemieden.
Auch glatte Böden spielen eine große Rolle. Läufer, Teppichfliesen oder rutschfeste Matten können Laufwege sichern. Dabei dürfen keine hochstehenden Kanten entstehen, über die die Katze stolpert. Warme, gepolsterte Betten sind meist angenehm, sollten aber nicht so weich sein, dass das Aufstehen schwerfällt.
Beobachten Sie die tatsächliche Nutzung. Eine theoretisch perfekte Rampe hilft nicht, wenn sie zu steil, zu schmal oder am falschen Ort steht. Häufig ist eine einfache breite Stufe besser als ein kompliziertes Hilfsmittel. Änderungen sollten schrittweise erfolgen, damit die alte Katze ihre vertraute Umgebung wiedererkennt. Die internationalen Senior-Care- und Umweltleitlinien nennen den leichten Zugang zu Futter, Wasser, Toilette und sicheren Ruheplätzen als wesentlichen Bestandteil der Versorgung alter Katzen.
5. Kann Arthrose bei alten Katzen geheilt werden, und wann ist eine Operation sinnvoll?
Eine bereits entstandene chronische Arthrose lässt sich in den meisten Fällen nicht vollständig rückgängig machen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Katze dauerhaft starke Schmerzen haben muss. Ziel der Behandlung ist es, Schmerzen zu kontrollieren, Beweglichkeit und Muskulatur möglichst lange zu erhalten und den Alltag an die Fähigkeiten der Katze anzupassen. Viele Patienten können mit einem guten multimodalen Plan über längere Zeit eine zufriedenstellende Lebensqualität behalten.
Eine Operation ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine konkrete mechanische Ursache behandelt werden kann. Beispiele sind eine Hüftgelenksluxation, eine schmerzhafte Hüftdysplasie, eine instabile Bandverletzung, eine Fehlstellung oder eine ungünstig verheilte Fraktur. Durch Stabilisierung, Korrektur oder Entfernung einer dauerhaft schmerzhaften Gelenkkomponente kann die Belastung verbessert werden. In spezialisierten Einrichtungen kommen bei geeigneten Patienten auch Gelenkersatzverfahren infrage.
Bei mehreren altersbedingt veränderten Gelenken ohne einzelne korrigierbare Hauptursache ist eine Operation normalerweise nicht die erste Maßnahme. Hier stehen Medikamente, Gewichtsmanagement, Wohnraumanpassung, kontrollierte Bewegung und gegebenenfalls eine geeignete Diät im Vordergrund.
Vor einer Operation wird nicht allein das Alter beurteilt. Wichtig sind Herz, Kreislauf, Nierenfunktion, Schilddrüse, Blutdruck, Blutbild und der voraussichtliche funktionelle Gewinn. Auch die häusliche Betreuung nach dem Eingriff muss realistisch geplant werden. Eine Katze, die oral kaum Medikamente akzeptiert oder nach der Operation keine sichere Rückzugsmöglichkeit hat, benötigt einen besonders sorgfältigen Plan.
Die Entscheidung sollte nach orthopädischer Untersuchung und geeigneter Bildgebung getroffen werden. Bei komplexen Befunden kann die Überweisung zu einem erfahrenen orthopädischen Chirurgen sinnvoll sein. Eine frühe Behandlung einer korrigierbaren Ursache kann die Funktion verbessern und weitere Fehlbelastung begrenzen.
Ausführliche Zusammenfassung
Arthrose bei alten Katzen ist eine häufige, aber weiterhin unterschätzte Ursache chronischer Schmerzen. Arthrose bei alten Katzen zeigt sich nur selten durch das auffällige Hinken, das viele Halter erwarten. Stattdessen verändert die Katze ihre Gewohnheiten, springt seltener, schläft länger oder meidet die Katzentoilette. Arthrose bei alten Katzen sollte deshalb immer erwogen werden, wenn sich Mobilität, Fellpflege, Sozialverhalten oder Toilettennutzung schrittweise verändern. Radiologische Untersuchungen zeigen, dass degenerative Gelenkveränderungen bei Senioren sehr verbreitet sind, auch wenn nicht jede sichtbare Veränderung gleichermaßen schmerzhaft ist.
Arthrose bei alten Katzen darf nicht allein anhand eines Röntgenbildes beurteilt werden. Für die Diagnose von Arthrose bei alten Katzen sind die Beobachtungen des Halters, Videos aus der Wohnung, eine orthopädische Untersuchung und die Beurteilung möglicher Begleiterkrankungen besonders wichtig. Arthrose bei alten Katzen tritt häufig gemeinsam mit Nierenproblemen, Schilddrüsenerkrankungen, Bluthochdruck oder Muskelschwund auf. Ein vollständiger Behandlungsplan berücksichtigt deshalb den gesamten Patienten und nicht nur ein einzelnes Gelenk. Blut- und Urinuntersuchungen helfen, Medikamente sicherer auszuwählen und Veränderungen im Verlauf zu erkennen.
Arthrose bei alten Katzen benötigt in vielen Fällen eine individuell angepasste Schmerztherapie. Für Arthrose bei alten Katzen stehen je nach Gesundheitszustand unter anderem nichtsteroidale Entzündungshemmer, Frunevetmab und ausgewählte ergänzende Medikamente zur Verfügung. Bei Arthrose bei alten Katzen muss die Entscheidung über ein Medikament immer durch den Tierarzt erfolgen. Besonders bei Nierenerkrankungen, Austrocknung, Appetitverlust oder paralleler Medikamentengabe ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich. Humanmedikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen dürfen einer Katze niemals auf eigene Initiative verabreicht werden.
Arthrose bei alten Katzen kann durch Frunevetmab bei einem Teil der Patienten deutlich gelindert werden. Bei Arthrose bei alten Katzen ist jedoch entscheidend, den Behandlungserfolg anhand konkreter Aktivitäten zu prüfen und nicht nur auf einen vagen Gesamteindruck zu vertrauen. Für Arthrose bei alten Katzen können beispielsweise Sprunghöhe, Toiletteneinstieg, Treppennutzung und Fellpflege dokumentiert werden. Hautreaktionen sind bekannte mögliche Nebenwirkungen. Die europäische Produktinformation wurde 2026 um Ataxie, vermehrtes Trinken und vermehrten Urinabsatz als sehr seltene unerwünschte Ereignisse ergänzt. Neue Symptome sollten daher konsequent gemeldet werden.
Arthrose bei alten Katzen wird wesentlich besser beherrschbar, wenn die Wohnung an die eingeschränkte Beweglichkeit angepasst wird. Arthrose bei alten Katzen macht hohe Toiletteneinstiege, glatte Böden und große Sprünge zu täglichen Hindernissen. Bei Arthrose bei alten Katzen helfen niedrige Toiletteneinstiege, rutschfeste Laufwege, stabile Zwischenstufen, flache Rampen und warme Schlafplätze. Diese Veränderungen reduzieren nicht nur Schmerzen, sondern erhalten Selbstständigkeit. Eine Katze sollte trotz ihrer Einschränkungen weiterhin Zugang zu bevorzugten erhöhten Plätzen haben. Die Lösung besteht nicht darin, ihr alle Höhen zu nehmen, sondern sichere Wege dorthin zu schaffen.
Arthrose bei alten Katzen wird durch Übergewicht und Muskelverlust zusätzlich erschwert. Bei Arthrose bei alten Katzen sollte Gewichtsmanagement deshalb immer den Erhalt der Muskelmasse einschließen. Für Arthrose bei alten Katzen ist eine unkontrollierte Radikaldiät ungeeignet. Futtermenge, Leckerchen, Begleiterkrankungen und bisherige Gewichtsverläufe müssen gemeinsam beurteilt werden. Portionen sollten abgewogen und Katzen in Mehrkatzenhaushalten bei Bedarf getrennt gefüttert werden. Regelmäßige Gewichtskontrollen zeigen, ob der Plan funktioniert. Eine schlankere Körperkondition erleichtert Bewegung, ersetzt aber keine notwendige Schmerzbehandlung.
Arthrose bei alten Katzen verlangt keine dauerhafte vollständige Schonung. Arthrose bei alten Katzen profitiert häufig von kurzen, kontrollierten und freiwilligen Bewegungseinheiten. Für Arthrose bei alten Katzen sind ruhige Jagdspiele auf Bodenhöhe, kurze Futterwege und einfache physiotherapeutische Übungen besser geeignet als erzwungene Sprünge. Bewegung erhält Muskulatur, Beweglichkeit und Koordination. Sie darf jedoch nicht zu deutlicher Erschöpfung oder zu einer Verschlechterung nach dem Training führen. Erst eine ausreichende Schmerzkontrolle ermöglicht sinnvollen Muskelaufbau. Die Belastung muss an Temperament, Gelenkbefund und Tagesform der Katze angepasst werden.
Arthrose bei alten Katzen kann ergänzend durch geeignete Gelenkdiäten oder ausgewählte Nahrungsergänzungsmittel unterstützt werden. Bei Arthrose bei alten Katzen bestehen gewisse Hinweise auf einen Nutzen von EPA und DHA in geeigneter Zusammensetzung. Für Arthrose bei alten Katzen ist die Evidenz für Glucosamin und Chondroitin allein weniger einheitlich. Produktqualität, tatsächliche Wirkstoffmenge, zusätzliche Kalorien und Begleiterkrankungen müssen berücksichtigt werden. Nahrungsergänzungsmittel sollten nur weitergegeben werden, wenn nach einem angemessenen Beobachtungszeitraum ein nachvollziehbarer Nutzen erkennbar ist. Sie dürfen eine erforderliche Schmerzbehandlung nicht ersetzen.
Arthrose bei alten Katzen kann in bestimmten Fällen durch eine Operation gezielt beeinflusst werden. Bei Arthrose bei alten Katzen ist eine Operation vor allem dann zu prüfen, wenn eine behandelbare Ursache wie Instabilität, Luxation, Fehlstellung oder ungünstig verheilte Fraktur besteht. Für Arthrose bei alten Katzen entscheidet nicht das Alter allein über die Operationsfähigkeit. Allgemeinzustand, Organfunktion, erwartbarer Gewinn und Nachsorge sind ausschlaggebend. Bei einer diffusen Arthrose mehrerer Gelenke ohne korrigierbare Ursache bleibt die konservative multimodale Behandlung meist der wichtigste Weg. Eine orthopädische Überweisung kann bei unklaren oder ausgeprägten Befunden zusätzliche Möglichkeiten eröffnen.
Arthrose bei alten Katzen ist eine chronische Erkrankung, deren Behandlung regelmäßig überprüft werden muss. Arthrose bei alten Katzen kann sich verändern, und neue Erkrankungen können den bisherigen Plan beeinflussen. Bei Arthrose bei alten Katzen sollten Halter konkrete Ziele, kurze Videos und ein einfaches Wochenprotokoll nutzen. Entscheidend ist nicht nur, ob ein Medikament gegeben wurde, sondern ob die Katze wieder freiwilliger läuft, springt, spielt, sich putzt und ihre Toilette benutzt. Mit einer abgestimmten Kombination aus Schmerztherapie, Wohnraumanpassung, Gewichtsmanagement, Bewegung, Ernährung und gegebenenfalls Chirurgie lässt sich die Lebensqualität vieler alter Katzen deutlich verbessern.
Zur Autorin:
Susanne Arndt studierte an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Anschließend arbeitete sie sechs Jahre als Assistenztierärztin in der Kleintierklinik Dr. Thomas Graf in Köln und war ein Jahr am Auf- und Ausbau der Kleintierabteilung im Tiergesundheitszentrum Lahr beteiligt. Seit 2013 ist sie Inhaberin der Kleintierpraxen in Karlsbad-Ittersbach und Karlsbad-Langensteinbach. Ergänzend studiert sie im Masterstudiengang Small Animal Science an der Freien Universität Berlin und bildet sich fortlaufend im Bereich Osteosynthese weiter. Sie ist Mitglied der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft, der Arbeitsgruppe Katzenmedizin der DGK-DVG und der Arbeitsgemeinschaft Lasermedizin der DGK-DVG.
Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Schmerzmittel, Nahrungsergänzungsmittel und Änderungen einer bestehenden Behandlung sollten bei einer alten Katze immer mit dem behandelnden Tierarzt abgestimmt werden.
