Magendrehung

Magendrehung beim Hund – ein Wettlauf mit dem Tod

„Mein Name ist Linus. Ich wurde heute morgen wieder entlassen. Ich hatte sehr viel Glück. Eigentlich begann alles ganz harmlos. Ich war mit Frauchen und Herrchen zu Besuch in Karlsruhe. Leider regt mich Autofahren immer ein bisschen auf. Plötzlich ging es mir im Hotelzimmer garnicht mehr gut. Meine beiden Menschen haben aber sofort richtig reagiert und mich glücklicherweise spätabends ins Kleintierzentrum nach Durlach gebracht. Ich wurde sofort bis spät in die Nacht operiert. Heute geht es mir wieder gut. Danke!“

Wenn Ihr Hund einen aufgeblähten Bauch hat und dabei unruhig hin und her läuft, wenn ihm kein Platz recht ist – wenn er häufig zwischen Liegen, Stehen und Umhergehen wechselt oder gar schon einen gekrümmten Rücken zeigt – kann der dramatische Notfall bereits eingetreten sein. Auch versuchen Hunde sich zu Erbrechen, können dies aber nicht.

Warten Sie nicht ab ob sich das Ganze noch bessert! Wenn es eine Magendrehung ist, wird sich nichts mehr bessern.

Eine Magendrehung ist äußerst heimtückisch und zerstört schon nach kurzer Zeit den Magen und andere lebenswichtige innere Organe. Ihr Hund vertraut Ihnen – handeln Sie bevor es zu spät ist!

Bestimmte Rassen sind aufgrund Ihres Körperbaus besonders anfällig für Magendrehungen – hierzu gehören u.a.:

Schäferhunde waren gem. einer Studie von Petra HELLWEG und Jürgen ZENTEK am häufigsten vertreten; die zweithäufigste Rasse, bei der eine Magendrehung festgestellt wurde, war die Deutsche Dogge. Es folgten Mischlinge. Weiterhin waren Dobermänner, Briards, Berner Sennenhunde, Riesenschnauzer, Irische Wolfshunde, Hovawarts, Rottweiler, Landseer, Leonberger, Bernhardiner, Neufundländer, Kuvasz,  Irish Setter und Deutsch-Drahthaar vertreten.

SIE SELBST KÖNNEN KEINE NOTFALLMAßNAHMEN EINLEITEN. BRINGEN SIE DAS TIER SO SCHNELL WIE MÖGLICH ZU EINEM KLEINTIERZENTRUM BZW. KLEINTIERKLINIK IN DER VERSIERTES PERSONAL ZUR VERFÜGUNG STEHT!

Die Folgen einer Magendrehung sind:

  • durch die Verdrehung des Magens sind der Mageneingang zur Speiseröhre hin und der Magenausgang zum Dünndarm blockiert
  • Mageninhalte und Gase können nicht mehr aus dem Magen entweichen
  • der Magen kann sich bis zum Bersten mit Fäulnis-Gasen auffüllen
  • der Magen kann durch Druck über das Zwerchfall Atmung und Herz-Tätigkeit beeinträchtigen
  • Magengewebe kann durch die unterbrochene Blutversorgung unwiederbringlich absterben
  • es droht die Perforation der Magenwand, der Mageninhalt kann in die Bauchhöhle gelangen
  • die Milz hat sich mit dem Magen mitgedreht und ist ebenfalls vom Blutkreislauf abgeschnitten
  • aufgrund der vielen Schädigungen droht ein lebensbedrohlicher Schock
  • lebensbedrohliche Herzrythmusstörungen können hinzu kommen
  • die Todesrate bei einer Magendrehung ist sehr hoch: etwa 30 Prozent der Hunde mit Magendrehung sterben daran oder müssen eingeschläfert werden

Weitere Infos finden Sie auch unter: Erste Hilfe beim Hund.

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