Kreuzbandriss bei Hund / Katze

Dem vorderen Kreuzband kommt im Kniegelenk eine besondere Bedeutung zu – es ermöglicht eine Scharnierbewegung des Gelenkes und verhindert ein „Hin- und Herrutschen“ der knöchernen Strukturen. Der Kreuzbandriss ist bei Hunden nach wie vor eine der häufigsten orthopädischen Erkrankungen.

Die Diagnose Kreuzbandriss stellt beim Menschen eine typische Sportverletzung dar. Bei  unseren Vierbeinern verhält sich das etwas anders. Neben den traumatischen Ursachen handelt es sich gerade beim Hund meist um einen „degenerativen Prozess“, das heißt: das Kreuzband zeigt im Laufe der Jahre Verschleißerscheinungen, wird immer dünner und reißt schließlich. Die Veränderungen an der Bandstruktur nehmen in fortgeschrittenem Alter und mit zunehmendem Körpergewicht des Hundes zu (negative Auswirkungen hat auch ein schlechter Trainingszustand).

Der endgültige Riss des Kreuzbandes verursacht in der Regel nur geringe bis mäßige Schmerzen. Obwohl viele Hunde das betroffene Bein zunächst überhaupt nicht mehr belasten, tritt innerhalb von 2 bis 3 Wochen eine scheinbare Besserung auf – die Hunde belasten teilweise wieder, bis plötzlich erneut eine Verschlechterung entsteht: dies ist nicht selten der Moment, an dem der innere Meniskus massiv geschädigt ist (quasi ein „Stoßpuffer“ zwischen den knöchernen Anteilen des Gelenkes).

Dem Hund macht die Instabilität des Gelenkes enorm zu schaffen, bei jeder Belastung verschieben sich die Knochen gegeneinander – der Hund fühlt sich unsicher. Verschlimmert wird die Situation im Laufe der Zeit durch erste Arthroseerscheinungen oder einen schmerzhaften Gelenkerguss.

Diagnose

Meist wird die Diagnose Kreuzbandriss bei der klinischen orthopädischen Untersuchung gestellt – nämlich in den Fällen, in denen das Gelenk so instabil ist, dass Ober- und Unterschenkel abnorm gegeneinander verschieblich sind (positiver „Schubladen-  und Tibiakompressionstest“). In unklaren Fällen (z.B. stark bindegewebigen Reaktionen im Gelenk, Teilrissen des vorderen Kreuzbandes) wird die Diagnose mit Hilfe Bild gebender Verfahren (Röntgen, CT)  abgesichert.

 
Kreuzbandriss Hund
Kreuzbandriss beim Hund

Therapie

Ein Kreuzbandriss verheilt nicht von allein – die Therapie ist daher immer ein chirurgischer Eingriff und der erfolgt am besten so schnell wie möglich, um chronische Folgeschäden am Gelenk, wie Arthrosen, Knorpel-/Meniskusschäden und Atrophien der Gliedmaßenmuskulatur zu verhindern, bzw. zu minimieren.

Lediglich bei sehr kleinen Hunden mit „Teilrissen“ des Kreuzbandes ist die konservative Behandlung (strikte Ruhighaltung, Antiphlogistika, längerfristig Physiotherapie) eine Option.

Der Weg der vielen dafür entwickelten Operationsmethoden für den Kreuzbandriss führte über intrakapsuläre und extrakapsuläre Techniken bis zu den modernen Umstellungsosteotomien. Allen gemein ist die Beurteilung und nötigenfalls Behandlung der Menisken (Cleaning up, Meniskektomie, etc.) und als entscheidende Maßnahme die Stabilisierung des Kniegelenkes. Man unterscheidet zwischen intra- oder extraartikulären Techniken und solchen mit oder ohne Bandersatz.  In unserem Kleintierzentrum kommen hauptsächlich die folgenden Operationsmethoden zum Einsatz:

  • Kapselfaszienraffung nach Meutstege
  • laterale Fadenzügelung und eine Mischung aus 1&2 oder
  • Zlig (vormals: VetLig – intraartikulärer Kreuzbandersatz) oder
  • TTA Rapid oder
  • TPLO

Welche Operationsmethode für Ihr Tier die Richtige ist, hängt von vielen Faktoren ab, die wir nach Erhalt von Ihren Unterlagen (unten finden Sie ein Anfrageformular) mit Ihnen gern auch vorab telefonisch unverbindlich durchsprechen.

Welche Methode für welchen Patienten?

Die Wahl der Operationsmethode richtet sich nach den körperlichen Gegebenheiten des Patienten (bei schwereren Patienten sind oftmals die Methode 1&2 nicht angeraten), dem Arthrosegrad des Gelenkes, der Beteiligung der Menisken und ist letztendlich auch eine Kostenfrage. Das heißt für Sie als Patientenbesitzer, dass wir gemeinsam den richtigen Weg im Beratungsgespräch festlegen.

Um Ihnen einen umfassenden Überblick aller wesentlichen Operationsmethoden des Kreuzbandrisses beim Kleintier (Hund / Katze) zu geben, finden Sie hier einen kleinen Überblick mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen aus unserer Sicht:

TPLO

Bei dieser Operationsmethode des Kreuzbandrisses erfolgt ein viertelkreisförmiger Knochenschnitt am oberen Ende des Schienbeins. Anschließend wird die Gelenkfläche des Schienbeinknochens nach einem zuvor berechneten Maß nach hinten rotiert. In dieser neuen Position wird sie mit einer Knochenplatte und Schrauben fixiert. Durch die Rotation wird die Neigung der Gelenkfläche reduziert. Das Ziel ist eine postoperative Neigung von 5°.

Der Winkel zwischen Kniescheibenband und Gelenkfläche beträgt dann etwa 90°. In Versuchen wurde festgestellt, dass bei dieser Neigung der Cranial tibial thrust neutralisiert und die Spannung des vorderen Kreuzbandes (wenn es noch nicht vollständig gerissen ist) deutlich reduziert wird.

Vorteil:

Dauerhafte und zuverlässige Stabilisierung des Kniegelenks auch bei starker Belastung auch bei Tieren mit hohem Körpergewicht

für bestimmte Rassen und damit verbundene Gelenkprobleme einzig mögliche Lösung

Nachteile: 

X schwerwiegender Eingriff mit Zersägen des Knochens
X Umlenkung von Kräften in nicht natürlicher Art und Weise
X langer Heilungsprozess
X hoher Preis


TTA

Eine der TPLO ähnliche Methode ist die TTA (Tuberositas Tibia Advancement). Hier wird der Kreuzbandriss ebenfalls mittels eines Knochenschnittes die Biomechanik des Kniegelenks verändert. Durch eine Nachvorneverlagerung des Kniescheibenbandes wird wie bei der TPLO ein nahezu rechter Winkel zwischen Kniescheibenband und Schienbeingelenksfläche erreicht.

Vorteil:

 Die Belastung des operierten Beines unmittelbar postoperativ erfolgt etwas schneller als nach einer TPLO

Nachteile:

X Die Belastung des operierten Beines 1 Jahr nach einer TTA ist etwas schlechter als ein Jahr nach einer TPLO
X Stärkeres Fortschreiten der Kniegelenksarthrose
X Signifikant höhere Zahl von Meniskusschäden postoperativ als nach einer TPLO
X geringere Stabilität postoperativ als nach einer TPLO (Aktuelle Untersuchungen von Prof. Böttcher, Universität Leipzig)

Einen umfangreichen Vergleich zwischen beiden Operationsmethoden TPLO & TTA (klassisch) finden Sie in der Dissertation von Frau Dr. Monika Höpfl hier.


TTA-Rapid

Mit der relativ neuen TTA-Rapid Methode können mittlerweile bessere Ergebnisse als mit der klassischen TTA-Methode erzielt werden. Die Erfolgsquoten liegen dabei durchaus vergleichbar auf dem Niveau von TPLO Methoden, weswegen wir diese Methode für spezielle Rassen, für die die Vetlig-Methode nicht geeignet ist, anbieten werden.

Aktuelle Studien zu TTA-Rapid finden Sie hier:

https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0039-1684050

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25330358/

Und folgende Studie erklärt, warum das aus purem Titan Grade 1 hergestellte TTA Rapid Implantat mit Dodecahedron unit cell structure das Knochenwachstum stimuliert:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32344664/

Der Ablauf der TTA-Rapid Methode entnehmen Sie bitte dem folgenden Video:


Bandersatz, extrakapsulär (Ruby, Tightrope, Bandersatz nach Flo / Meutstege)

Der extrakapsuläre Bandersatz wird bei Kreuzbandrissen von Kleintieren häufig verwendet. Hierbei wird ein Kunststoffband außerhalb des Gelenkes in der Verlaufsrichtung des vorderen Kreuzbandes angebracht. Die Art der Fixierung ist bei den jeweiligen OP-Methoden unterschiedlich. Dies kann mit Knochenankern im Oberschenkel und Schienbein (Ruby), mit Bohrlöchern im Oberschenkel und Schienbein (Tightrope) oder am Sesambein des Oberschenkels und mit Bohrloch am Schienbein (Flo) erfolgen.

Vorteile:

Kürzere Narkose- und OP-Dauer
 Günstigerer Preis
 gute Erfahrungen mit kleinen und mittleren Hundegrößen
schnellerer Heilungsprozess als bei den vorgenannten Methoden

Nachteile:

X Ersatzband kann genauso wie ein normales Kreuzband wieder reißen
X „Ausleiern“ (Osteolyse) der Knochenbohrlöcher bei der Tigthropemethode mit der Folge einer erneuten Instabilität


Bandersatz, intrakapsulär – Zlig (vormals: VetLig)

Diese Methode wird bei Menschen seit 25 Jahren angewandt. Körpereigenes oder künstliches Material (Sehnen, Teile vom Kniescheibenband, Faszie) wird als Bandersatz anstelle des gerissenen Kreuzbandes eingesetzt.

Beim Hund hatte sich diese Methode lange Zeit nicht bewährt. Aufgrund der bei Hunden nur unzureichend kontrollierbaren Belastung der Kniegelenke nach einer OP riss der Bandersatz in vielen Fällen wieder.

Mit der Entwicklung neuer Materialien in der Medizintechnik besteht heute die Möglichkeit auch Hunden / Katzen eine Operationsmethode angedeihen zu lassen, die bei Menschen als State of the Art gilt, da sie die natürliche Anatomie des Tieres am besten nachbildet und im Gegensatz zu TPLO / TTA keine belastenden Veränderungen an den Knochen vorsieht.

Mit Zlig (vormals: VetLig) steht nach langer Vorarbeit von Dr. Jacques.Pillipe Laboureau ein synthetisches Band für den intraartikulären Kreuzbandersatz bei Kleintieren zur Verfügung.

Mit einer Tunneltechnik wird das Zlig als Totalersatz für das Kreuzband eingesetzt. Die geflochtenen extraartikulären Teile der Bänder werden durch kanulierte Titan.Interferenzschrauben in femoralen und tibialen Knochentunneln verankert.

Diese Technik verursacht keine irreversiblen Schäden.

Vorteile:
auch bei sehr schweren Hunden >70kg einsetzbar
Nachbildung der natürlichen Anatomie ohne schwerwiegenden Eingriff in die Knochenstruktur
das Hinterbein des Patienten ist sofort (!) nach der OP ohne Risiken wieder belastbar
geringere Kosten als bei TPLO oder TTA, wenn man den Gesamtaufwand inkl. Nachbehandlung und Physiotherapie sieht
besonders bei jungen Tieren verbaut man sich mit dieser Methode nicht die spätere Anwendung von erneut Zlig oder TPLO / TTA  – letztere hingegen sind einmalig und endgültig

Nachteil:
X höhere Kosten als bei Kapselfaszienraffung nach Meutstege oder laterale Fadenzügelung

X nicht für alle Rassen geeignet

Weitere Infos finden Sie auf unserer speziellen Zlig Seite

Hier können Sie eine unverbindliche Beratung bei Frau Tierärztin Arndt anfragen:

Terminanfrage Zlig
Ich interessiere mich für Informationen zu folgenden Kreuzband OP Methoden (Mehrfachwahl möglich):
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Generelle Informationen zum Thema Kreuzbandriss beim Hund

Behandlung des Kreuzbandrisses bei Hunden

Ihr treuer Begleiter lahmt plötzlich und Sie sorgen sich um seine Gesundheit? Ein Kreuzbandriss beim Hund ist häufig die Ursache für Bewegungsprobleme Ihres Hundes. Alle wichtigen Informationen zum Thema „Kreuzbandriss beim Hund“ erhalten Sie im folgenden Artikel!

Auch wenn ein Kreuzbandriss eine ernste Angelegenheit ist, können wir Sie vorab beruhigen: Die Diagnose bedeutet nicht zwangsläufig eine Lebenseinschränkung! Mit Hilfe unserer Gesundheitstipps können Sie sich aktiv an der Genesung Ihres Haustieres beteiligen.

Die Anatomie des Knies bei Hunden

Der Aufbau der Kniegelenke bei Hunden und Menschen ist etwas ähnlich. Auch bei deinem Hund ist das Knie ein Scharniergelenk, das die Verbindung zwischen Ober- und Unterschenkel sowie der Kniescheibe herstellt. Zum einen verhindern die Kreuzbänder beim Hund ein Umknicken des Knies. Andererseits sorgen sie dafür, dass die Unterseite der Pfote Ihres pelzigen Freundes nicht nach vorne rutscht.

Das Kreuzband als eine der wichtigsten Sehnen des Knies

Zusammen mit den Seitenbändern stabilisieren die Kreuzbänder das Kniegelenk. Jedes Kniegelenk hat ein äußeres und ein inneres Kreuzband, die aktiv an der Streckung des Beins beteiligt sind. Das Kreuzband hat seinen Namen, weil sich die beiden Bänder in der Mitte des Kniegelenks kreuzen. Wenn eines der Kreuzbänder reißt, ist die Stabilität und Beweglichkeit des Knies stark eingeschränkt.

Sind Sie bereit für den Notfall?

Ein Kreuzbandriss beim Menschen tritt in den meisten Fällen in Folge sportlicher Aktivitäten auf bzw. Sportunfälle. Bei Hunden ist das ganz anders. In diesem Fall liegt die Ursache des Kreuzbandrisses hauptsächlich in der Geschichte des Vierbeiners. Deshalb werden bei Hunden auch andere Therapien und Heilmethoden angewandt.

Was passiert, wenn bei einem Hund das Kreuzband gerissen ist?

Kreuzbandriss beim Hund
exemplarischer Kreuzbandriss

Eine der häufigsten orthopädischen Verletzungen bei Hunden ist der Riss oder die Ruptur des vorderen Kreuzbandes. Das hintere Kreuzband ist relativ selten betroffen. Hunde belasten das vordere Kreuzband aufgrund des gegebenen Neigungswinkels und der hohen Zugkräfte stärker als das hintere Band. Die meisten Risse treten in normalen, alltäglichen Situationen auf. Läuft Ihr Hund beispielsweise einem anderen Tier hinterher oder stolpert beim Laufen, kann er sich das Kreuzband verletzen. Vor allem ältere Hunde haben tendenziell schwächere Bänder. Dann reicht es manchmal schon, in ein Loch zu treten oder auf einer Bodenwelle stecken zu bleiben.

Kann ein Kreuzbandriss von selbst heilen?

Eine Heilung von allein ist unwahrscheinlich bis unmöglich, das Hunde während eines Kreuzbandrisses vielmehr die nicht geschädigte Seite vermehrt belasten und damit auf der noch nicht geschädigten Seite ebenfalls Schäden entstehen können. Ein nicht behandelter Kreuzbandriss kann zu Arthrosen und Meniskus Schäden führen und somit einer weiteren Verschlimmerung des Krankheitsbildes.

Degenerativer oder traumatischer Kreuzbandriss?

Ein Kreuzbandriss (Riss) kann auf zwei verschiedene Arten entstehen:

a) Traumatische Verletzung

Einerseits kann eine Verletzung als Folge eines Unfalls auftreten. In diesem Fall spricht man von einem Trauma oder einem traumatischen Bruch.

b) Degenerative Ruptur

Wenn das Kreuzband durch lange Abnutzung reißt, spricht die Medizin von einer degenerativen Ruptur. Alterungsprozesse, Fehlhaltungen und ständige Überlastung können zu Rissen im Kreuzband Ihres Hundes führen, die mit der Zeit immer tiefer werden. Daher ist bei dieser Art des Kreuzbandrisses von einer Vorschädigung des Kreuzbandes auszugehen. Übergewicht, starke körperliche Anstrengung oder eine ungewöhnliche Ausbildung des Schienbeins begünstigen degenerative Kreuzbandrisse. Der Unterschied zwischen einem Kreuzbandriss beim Hund und beim Menschen liegt in der Intensität des Risses. Bei Hunden reißt das Kreuzband in den meisten Fällen nicht vollständig, sondern Faser für Faser.

Die wichtigsten Kreuzbandriss Symptome und Anzeichen für einen Kreuzbandriss beim Hund

Ein Kreuzbandriss bei deinem Hund äußert sich in den meisten Fällen durch eine sog. „Anlauflahmheit“. Je nach dem Grad der Verletzung ist die Lahmheit unterschiedlich ausgeprägt. Bei kleineren Rissen kann es schon mal vorkommen, dass Ihr Hund einige Tage leicht hinkt und dann wieder normal läuft. Eine solche Vorverletzung erhöht das Risiko eines plötzlichen Rucks, wenn sich Ihr Hund spontan und ruckartig bewegt. Hunde spannen auch ihr Hinterbein an und bringen es in eine gebeugte Position. Normalerweise heben sie ihre Pfote nicht: Wenn überhaupt, berührt nur die Spitze der Pfote den Boden.

Lahmheit beim Hund
Anlauflahmheit beim Hund

Außerdem weisen folgende Symptome auf einen Kreuzbandriss beim Hund hin:

Ihr Hund wechselt zwischen schnellem Laufen und sehr langsamem Gehen. Das betroffene Bein wird durch den Muskelabbau dünner. Das Kreuzband schmerzt bei jedem weiteren Riss (ansonsten zeigen Hunde bei degenerativen Rissen keine Schmerzen). Bei einem traumatischen Kreuzbandriss zeigt Ihr Hund zum Unfallzeitpunkt eine plötzliche, heftige Lahmheit und Schmerzen. Ihr Vierbeiner streckt im Sitzen sein Bein seitlich aus. Das Kniegelenk ist geschwollen. Das Knie Ihrer behaarten Nase wird „heiß“ (hohe Hitzeentwicklung).

Kreuzbandriss Hund
Kreuzbandriss Hund – TPLO Planung

Wie wird ein Kreuzbandriss bei Hunden diagnostiziert?

Ein Kreuzbandriss Test beim Hund wird mit dem so genannten Schubladentest diagnostiziert. Mit diesem Test überprüft der Tierarzt die Beweglichkeit des Kniegelenks. Ziehen Sie dazu den Unterschenkel in Richtung der Vorderbeine. Wenn der Unterschenkel im Gegensatz zum Oberschenkel wie eine Schublade nach vorne gezogen werden kann, deutet dies auf einen Riss des vorderen Kreuzbandes hin. Außerdem ist ein Erguss deutlich zu spüren. Dieser Test ist bei kleinen Hunden in der Regel einfacher durchzuführen als bei größeren Rassen. Größere Hunde haben mehr Muskelmasse, die sie während des Tests kontrahieren. Aus diesem Grund kann der Schubladentest negativ ausfallen, auch wenn Ihr Schützling einen Kreuzbandriss hat. Zur Bestätigung der Diagnose wird ein zusätzliches Röntgenbild angefertigt.

Diagnose „Kreuzbandriss“: OP oder Kreuzbandriss ohne OP?

Bei kleinen Hunden ist manchmal eine konservative Behandlung vom Kreuzbandriss beim Hund möglich. Die nichtoperative Therapie umfasst eine spezielle Ernährung, Gelenkschutz, Physiotherapie und die Verabreichung von Medikamenten. Ziel dieser Heilmethode ist es, eine schmerzfreie Belastung des Kniegelenks zu ermöglichen. Dies wird jedoch in der Regel nicht von Tierärzten empfohlen. Grund dafür ist, dass beim nicht operierten Kreuzband die Gefahr einer Meniskusschädigung besteht. Im schlimmsten Fall reißen beide Kreuzbänder deiner Fellnase mit der Zeit durch extreme Überlastung des gesunden, verbliebenen Bandes. Auch nicht operierte Kreuzbandverletzungen können zu Knorpelschäden und Arthrose führen. Eine Operation hat den Vorteil, dass Folgeschäden nur selten auftreten. Welche chirurgischen Techniken gibt es bei einem Kreuzbandriss beim Hund? Bei einem Kreuzbandriss haben Tierärzte die Wahl zwischen mehreren verschiedenen Operationsmethoden. Einerseits gibt es Techniken, bei denen die Strukturen des Bindegewebes des Körpers oder künstliche Materialien verwendet werden. Bei diesen Operationen wird das Kreuzband ersetzt und die Gelenkkapsel gestrafft. Andererseits gibt es Methoden, die die Biomechanik des Gelenks verändern. Konkret bedeutet dies, dass die Kräfte, die auf das Kniegelenk einwirken, umgelenkt werden. Der Tierarzt entscheidet individuell, welchen medizinischen Ansatz er wählt, denn alle Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Die in Deutschland am häufigsten verwendeten Operationstechniken tragen folgende Bezeichnungen:

  • Ersatz von Bändern
  • Straffung der Kapselfasern
  • TPLO (Tibial Plateau Leveling Osteotomy)
  • TTA (Tibial Tuberosity Advancement)
  • Zlig (vormals Vetlig) – bei uns erweitert zur Petlig-Methode®

Wir bieten alle die hier genannten Methoden an und sind eine der führenden Praxen in Deutschland für die Zlig Methode.

Was ist der Unterschied zwischen TPLO und TTA?

Kreuzbandriss bei Hund / Katze 5

Wenn der Tierarzt eine TPLO durchführt, schneidet er das Schienbein des Hundes mit einem kreisförmigen Schnitt an. Dann setzt er spezielle Platten an die entsprechenden Stellen und verschraubt das Schienbein und die Platten in einer anderen Position. Ziel dieser Methode ist es, ein biomechanisches Abrutschen des Beines zu verhindern, so dass die Stützfunktion des Kreuzbandes nicht mehr benötigt wird. Bei einem TTA werden zusätzlich Platten und ein Spacer in den Unterschenkel eingeschraubt. Variationen im Winkel der Patellasehne und veränderte Fusion von Knochenstrukturen verhindern auch ein Gleiten des Unterschenkels. Der Vorteil beider Operationstechniken (gegenüber dem Bandersatz) ist, dass das Kreuzband nicht mehr reißen kann, weil es nicht ersetzt wurde. So ist es möglich, dass dein Hund nach Abschluss der Heilung und der Physiotherapie wieder an sportlichen und schützenden Aktivitäten teilnehmen kann. Ein wesentlicher Nachteil vor allem bei sehr jungen Hunden oder sehr alten: Eine erneute Operation des Kreuzbandes ist dann mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr möglich und im Worst Case muss eine Amputation erfolgen. Unsere Erfahrungen mit künstlichen Kreuzbändern wie dem Zlig oder Novelig aus über 200 Operationen sind hingegen sehr positiv. Vor allem bei beidseitigen Kreuzbandrissen hat sich unsere Petlig-Methode® bewährt.

Physiotherapie mit dem Hund

Unabhängig von der Operationstechnik sollten nach der Operation Schmerzmittel Ihre Fellnase bekommen und ggf. auch Knorpelaufbaupräparate. Die Kreuzbandriss Heilungsdauer nach einer TPLO beträgt etwa drei Monate. Im Gegensatz dazu weist ein künstlicher Bandersatz eine Heilungsdauer von etwa einem Monat auf. Die wichtigsten Maßnahmen während des Heilungsprozesses sind konsequente Krankengymnastik, regelmäßige Gewichtskontrollen und sanfte Bewegung und Leinenzwang. Mehr Infos zu physiotherapeutischen Maßnahmen haben wir hier zusammengefasst.

Vorbeugung von Kreuzbandrissen bei Hunden

Wenn Ihr Hund derzeit gesunde Kreuzbänder hat oder bereits einen Bandersatz erhalten hat, können Sie aktiv Maßnahmen ergreifen, um einen (neuen) Kreuzbandriss zu verhindern. Da übergewichtige Hunde ihre Gelenke und Kreuzbänder schneller überlasten, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Hund ein normales Gewicht beibehält. Darüber hinaus können Sie seine Gelenke mit Nahrungsergänzungsmitteln unterstützen. Wir sagen Ihnen gern, welches das richtige Mittel sind. Wer mit seinem Hund Spitzensport betreiben möchte, sollte auf das richtige Alter achten. Eine hohe Gelenkbelastung kann sowohl bei Welpen als auch bei älteren Erwachsenen zu Kreuzbandrissen führen. Ein gesunder, normalgewichtiger erwachsener Hund hingegen freut sich über körperliche Aktivität.

Was kostet eine Kreuzbandriss OP beim Hund?

Eine Kreuzbandriss Behandlung beim Hund ist nie eine preiswerte Angelegenheit. Einfache Verfahren wie die Kapselraffung beginnen bei 900 EUR zzgl. Physiotherapie etc. TPLO / TTA Operation starten bei 2500 EUR zzgl. Physiotherapie und Nachsorge. Künstliche Kreuzbandersatzmethoden kosten ähnlich, die anschließenden Physiotherapiekosten und Medikamentenkosten liegen jedoch geringer, da die Heilungsdauer i.d.R. wesentlich schneller vonstatten geht. Daher empfehlen wir Hundebesitzern von besonders gefährdeten Hunderassen (wir beobachten Kreuzbandrisse vor allem auch bei jungen Hunden vermehrt bei Labradoren, Golden Retrievern, allen Bulldoggenrassen oder schwereren Hunderassen) den frühzeitigen Abschluss einer OP-Versicherung oder Tierkrankenversicherung.

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