Zu Besuch bei Svenjas Hundehilfe: Ein Zufluchtsort für die Vergessenen – und ein neues Familienmitglied für uns
Manche Begegnungen im Tierschutz hinterlassen einen bleibenden Eindruck – nicht nur wegen der Hunde, sondern vor allem wegen der Menschen, die ihr ganzes Leben in den Dienst der schwächsten Seelen stellen.
Vor Kurzem hatte ich die Gelegenheit, Svenjas Hundehilfe persönlich zu besuchen. Der eigentliche Anlass unserer Reise war ein ganz besonderer: Wir durften Anastasia, eine kleine Barsoi-Hündin, abholen und in ihr neues Zuhause begleiten. Doch vor Ort bot sich uns ein Einblick in ein Tierschutzprojekt, das in dieser Form und Konsequenz selten zu finden ist.



Ein Paradies auf vier Pfoten: Wo „Hoffnungslose“ wieder Hund sein dürfen
Svenja, die vor über zwei Jahrzehnten von Deutschland nach Ungarn ging, ist studierte Tierärztin und verbindet tiermedizinisches Fachwissen mit einer beispiellosen Leidenschaft für Tiere in Not. Auf einem weitläufigen alten Bauernhof in Ungarn hat sie – inzwischen auch offiziell als Stiftung und anerkanntes Tierheim (Svenja kutyamentés Alapítvány) – ein einzigartiges Refugium geschaffen.
Aktuell leben auf dem Hof über 120 Hunde. Was diesen Ort von vielen klassischen Tierheimen unterscheidet, ist die Philosophie: Hier gibt es kein schnelles „Aussortieren“. Svenja nimmt ganz gezielt jene Vierbeiner auf, für die es andernorts keinen Platz mehr gab:
- Sogenannte Listenhunde & Härtefälle: Hunde, die aufgrund von Vorurteilen oder schwieriger Haltung keine Vermittlungschancen hatten.
- Seelisch gebrochene Tiere: Hunde mit massiven Traumata, Vernachlässigungserfahrungen oder Verhaltensauffälligkeiten, die Zeit, Geduld und fundierte Resozialisierung brauchen.
- Kranke, Blinde, Taube und Senioren: Tiere, die in anderen Sheltern oder Tötungsstationen als „unvermittelbar“ galten, finden hier ein dauerhaftes, sicheres Gnadenbrot und dürfen im offenen Hof- und Rudelleben in Würde altern.
- Notfälle aus Krisengebieten: Auch in akuten Notsituationen – wie bei Rettungsaktionen an den Grenzen zur Ukraine – war das Team vor Ort, um Futterspenden zu bringen und verlassene Tiere in Sicherheit zu bringen.
Von Jagdhunden bis zu Notfellchen aller Rassen
Durch ihre langjährige Arbeit ist Svenja eng mit dem Schutz in Not geratener Jagdhunde verbunden (u. a. über Initiativen wie Vizslas & Jagdhunde rescue). So tummeln sich auf dem Hof neben bildschönen Magyar-Vizsla-Welpen und -Mixen auch die unterschiedlichsten Rasse- und Mischlingshunde aus verschiedensten Ländern.
Jeder Hund, der ankommt, wird zunächst tierärztlich versorgt, stabilisiert und lernt Schritt für Schritt, wieder Vertrauen zum Menschen aufzubauen. Erst wenn Körper und Seele bereit sind, wird nach dem wirklich passenden Für-immer-Zuhause gesucht.
Anastasia zieht ein – Verstärkung für unser Rudel
Für uns schließt sich mit diesem Besuch ein wunderschöner Kreis: Die kleine Barsoi-Hündin Anastasia hat die Reise mit uns angetreten. Sie wird bei uns ein neues, behütetes Leben beginnen – an der Seite unserer tauben Hündin Fiore (die über Zubarenko Filato zu uns kam). Zu sehen, wie diese sensiblen Hunde nach allem, was sie erlebt haben, aufblühen, ist das schönste Geschenk.
Ehrenamt braucht Rückhalt: Wie man helfen kann
Ein Projekt dieser Größenordnung – mit über 120 Mäulern, die täglich gefüttert, gepflegt und oft kostenintensiv medizinisch behandelt werden müssen – funktioniert ausschließlich durch unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz und die Unterstützung von Tierfreunden.
Wer die wertvolle Arbeit von Svenja unterstützen möchte – sei es durch eine Spende, eine Patenschaft für eines der unvermittelbaren Gnadenhof-Tiere oder durch die Adoption eines Schützlings –, findet alle Informationen direkt auf ihrer Website:
🌐 Web: www.svenjas-hundehilfe.de
💌 Kontakt & Spenden: Über die Website via PayPal oder Spendenkonto
